Todesopfer linksmotivierter Gewalt seit 1948

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Todesopfer linksmotivierter Gewalt seit 1948

(insgesamt 60 belegte Tötungen + 9 weitere Verdachtsfälle)


  • 12. Juli 2014 N. N. (41) Nachdem ein türkischstämmiger Mann mit einer Reichskriegsflagge den Hauptbahnhof durchquert und rechtsradikale Parolen skandiert hatte, versuchen ein 20-Jähriger und ein 33-Jähriger ihm die Fahne zu entreißen. Als der Mann sich wehrt, versetzt der 33-Jährige ihm einen Faustschlag ins Gesicht, woraufhin das Opfer auf den Boden fällt, ein Schädel-Hirn-Trauma erleidet und später an den Folgen verstirbt. Die Täter werden nach kurzer Flucht festgenommen. Der Haupttäter wird zu sieben Jahren Haft verurteilt.
  • 6. Feb. 2001 Klaus Herzberg (63) Der Direktor des Arbeitsamtes wird auf offener Straße von dem "undogmatischen Anarchisten" Werner B. mit einem spitzen Werkzeug getötet, nachdem das Amt die Arbeitslosenhilfe des 46jährigen gestrichen hatte. B. wird wegen Totschlags verurteilt. Während und nach der Tat äußern sich linke Gruppen solidarisch mit ihm. Während die Strafverfolgungsbehörden dem Täter eine psychische Erkrankung unterstellten, verstand dieser seine Tat als politisch motiviert. s.a.http://www.trend.infopartisan.net/trd0311/t510311.html
  • 15. März 1998 Hans Martin Plüschke (59) Der ehemalige Bundesgrenzschutzbeamte Hans Martin Plüschke wird während seiner Arbeit als Taxifahrer erschossen. Kurz zuvor hatte er öffentlichkeitswirksam bekannt jener Beamte gewesen zu sein, der 1962 den „DDR“-Grenzer Rudi Arnstadt in Notwehr erschossen hatte.
  • 6. Mai 1995 Sandro Weilkes (22) Bei einer Auseinandersetzung zwischen linken und rechten Heranwachsenden wird der 22-jährige Rechtsextremist Sandro Weilkes auf dem Marktplatz der thüringischen Kleinstadt Neuhaus am Rennweg von einem 15-jährigen Kontrahenten erstochen. Der Täter wird später zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.
  • 27. Jun. 1993 Michael Newrzella (25) Der GSG-9-Beamte wird beim Versuch der Festnahme des RAF-Terroristen Wolfgangs Grams in Bad Kleinen von diesem erschossen.
  • 4. Apr. 1992 Gerhard Kaindl (47) Der Politiker der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ wird in einem Restaurant in Berlin-Neukölln bei einem Überfall von türkischstämmigen Antifa-Aktivisten erstochen. Ein weiterer Gast wird schwer verletzt.
  • 1. Apr. 1991 Detlev Rohwedder (58) Der SPD-Politiker wird in seinem Privathaus Düsseldorf von einem Scharfschützen erschossen. Seine ebenfalls getroffene Ehefrau überlebt schwerverletzt. Die RAF bekennt sich zu dem Anschlag. Der Täter wurde nie ermittelt.
  • Nov. 1990 Jens Zimmermann (18) Der Jugendliche Skinhead wird am Ost-Berliner Alexanderplatz aufgrund seiner offensichtlichen politischen Orientierung von einer Migrantengruppierung angegriffen und durch einen Schlag mit einem Baseballschläger auf den Kopf getötet (Spiegel 46/1990, Schroeder 2015, S. 393).
  • 30. Nov. 1989 Alfred Herrhausen (59) Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank wird bei einem Sprengstoffanschlag der RAF in Bad Homburg getötet. Sein Fahrer wird verletzt.

Dez. 1987 Gerd Albartus (37) Der Ex-RZ-Terrorist wird in Damaskus von ehemaligen Weggefährten (verm. Weinrich und Carlos) vor ein Tribunal gestellt und erschossen.

  • 2. Nov. 1987 Klaus Eichhöfer (43)

Torsten Schwalm (23) Während einer gewalttätigen Demonstration an der Startbahn West schhießt ein Täter aus mehreren Hundert Metern Entfernung auf die weißen Helme der eingesetzten Polizeibeamten. Neun von ihnen werden getroffen. Eichhöfer stirbt am noch am Tatort, Schwalm auf dem Weg ins Krankenhaus.

  • 10. Okt. 1986 Gerold von Braunmühl (51) Der Ministerialdirektor wird in Bonn vom RAF-Kommando Ingrid Schubert erschossen.
  • 9. Juli 1986 Karl Heinz Beckurts (56)

Eckard Groppler (42) Der Physiker Beckurts und sein Fahrer Groppler werden vom RAF-Kommando Mara Cagol in Straßlach mit einem Sprengsatz getötet.

  • 8. Aug. 1985 Edward Pimental (20)

Frank Scarton (20) Becky Jo Bristol (25) Der US-Soldat Pimental wird von RAF-Mitgliedern durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet. Mit seinem Dienstausweis gelingt es der Terrorgruppe einen mit Sprengstoff präparierten Pkw auf das Gelände der Rhein-Main-Air-Base zu fahren und dort zur Explosion zu bringen. Der US-Soldat Scarton und die Zivilangestellte Bristol sterben. Elf weitere Menschen werden schwer verletzt.

  • 1. Feb. 1985 Ernst Zimmermann (55) Der Industrielle wird in seinem Haus vom RAF-Kommando Patsy O'Hara überrascht, gefesselt und vor den Augen seiner Frau hingerichtet.
  • 25. Aug. 1983 N. N. (25) Bei einem Sprengstoffanschlag der "Revolutionären Zellen" im Maison de France in Berlin wird versehentlich ein linker Aktivist getötet, der im Begriff war, eine Petition abzugeben.
  • 11. Mai 1981 Heinz-Herbert Karry (61) FDP-Politiker Karry wird in seinem Bungalow in Frankfurt a. M. im Schlaf angeschossen und stirbt. In einem Bekennerschreiben erklären die Revolutionären Zellen, es seien lediglich „mehrere Schüsse in seine Beine“ beabsichtigt gewesen, sein Tod sei jedoch bewusst in Kauf genommen worden.
  • 15. Juni 1980 Bernd Moldenhauer (30) Der „DDR“-Kritiker Bernd Moldenhauer wird vom Stasi-Agenten Aribert Freder (Deckname: IM Günter Frank) bei Bad Hersfeld erdrosselt.
  • 19. Nov 1979 Edith Kletzhändler (56) Die Hausfrau wird in einer Züricher Einkaufspassage bei einem Schusswechsel zwischen der Polizei und der RAF durch einen Querschläger getötet.
  • 1. Nov 1978 Dionysius de Jong (19) Johannes Petrus Goemans (24) Bei einem illegalen Grenzübertritt von RAF-Angehörigen bei Kerkrade werden die niederländischen Zollbeamten erschossen.
  • 24. Sep 1978 Hans-Wilhelm Hansen (26) Der Polizeibeamte entdeckt zufällig RAF-Mitglieder bei Schießübungen in einem Wald bei Dortmund. Er wird erschossen.
  • 18. Okt 1977 Hanns Martin Schleyer (62) Der Arbeitgeberpräsident wird von der RAF als Geisel genommen und anschließend erschossen.
  • 16. Okt 1977 Jürgen Schumann (37) Palästinensische Terroristen entführen die Lufthansa-Maschine "Landshut", um die inhaftierten RAF-Terroristen freizupressen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, erschießen sie den Kapitän der Maschine.
  • 22. Sep 1977 Arie Kranenburg (46) Der niederländische Polizeibeamte wird beim Versuch der Festnahme Knut Folkerts in Utrecht erschossen.
  • 5. Sep 1977 Heinz Marcisz (41), Reinhold Brändle (41), Helmut Ulmer (24), Roland Pieler (20) Bei der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyers in Köln werden sein Fahrer Heinz Marcisz und drei Polizeibeamte erschossen.
  • 30. Jul. 1977 Jürgen Ponto (53) Der Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank AG wird von den RAF-Aktivisten Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt in Oberursel erschossen.
  • 7. Apr. 1977 Siegfried Buback (57), Wolfgang Göbel (30), Georg Wurster (33) Generalbundesanwalt Buback und seine Begleiter werden in Karlsruhe auf offener Straße vom Kommando Ulrike Meinhof erschossen.
  • 3. Jul. 1976 Jean-Jacques Mimoun, Pasco Cohen, Ida Borochovitch, Yonatan (Yoni) Netanyahu Beim Versuch der Befreiung eines entführten Passagierflugzeugs in Entebbe (Uganda) sterben drei Geiseln und ein israelischer Soldat. Die RZ-Terroristen Winfried Böse und Brigitte Kuhlmann hatten zuvor die jüdischen Geiseln von den übrigen selektiert. Während sie die nicht-jüdischen freigelassen hatten, hielten sie die jüdischen weiter als Geiseln. Nach der Befreiung wird eine vierte Geisel von ugandischen Offiziellen ermordet.
  • 7. Mai 1976 Fritz Sippel (22) Der Polizeibeamte wird bei einem Routineeinsatz erschossen. Als tatverdächtig gelten Personen aus der linken Szene. Die Tat kann ihnen jedoch nicht nachgewiesen werden.
  • 21. Dez. 1975 Anton Tichler, Alaa Hassan Khafali Bei der OPEC-Geiselnahme in Wien werden die zwei Sicherheitsleute von bundesdeutschen Terroristen der "Bewegung *2. Juni" getötet.
  • 9. Mai 1975 Walter Pauli (22) Der Polizeihauptwachtmeister kommt bei einem Feuergefecht mit drei mutmaßlichen Terroristen der Bewegung 2. Juni ums Leben.
  • 24. Apr. 1975 Andreas von Mirbach (44)

Heinz Hillegaart (64) Während einer RAF-Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm werden die Attachés von Mirbach und Hillgaart hingerichtet.

  • 10. Nov. 1974 Günter von Drenkmann (64) Der Präsident des Kammergerichts Berlin wird bei einem Entführungsversuch von der terroristischen Gruppierung "Bewegung 2. Juni" angeschossen und tödlich verletzt.
  • 5. Juni 1974 Ulrich Schmücker (22) Das Mitglied der Bewegung 2. Juni wird vermutlich aufgrund seiner Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz von anderen Gruppenmitgliedern ermordet.
  • 5. Sept. 1972 David Mark Berger (28)

Zeev Friedman (28) Yossef Gutfreund (41) Eliezer Halfin (24) Josef Romano (32) André Spitzer (27) Amitzur Schapira (40) Kehat Shorr (53) Mark Slavin (18) Yakov Springer (51) Mosche Weinberg (32) Anton Fliegerbauer (32)

Während der Olympischen Spiele in München nehmen palästinensische Terroristen neun israelische Athleten als Geiseln und verlangen u.a. die Freilassung der RAF-Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Zwei Athleten werden verwundet und sterben. Bei einem Befreiungsversuch durch die Polizei töten die Terroristen alle verbleibenden neun Geiseln, ein Polizeibeamter sowie fünf der Terroristen kommen ebenfalls ums Leben.

Die Opferzahl wird in dieser Statistik nicht berücksichtigt, da das primäre Motiv der Terroristen der Kampf gegen Israel war und die Solirarität mit der RAF als sekundär zu bewerten ist.

  • 24. Mai 1972 Clyde R. Bonner (29)

Ronald A. Woodward (26) Charles L. Peck (23) Beim Bombenanschlag des RAF-Kommandos 15. Juli auf das Hauptquartier der US-Streitkräfte Europa in Heidelberg werden die drei US-Soldaten Bonner, Peck und Woodward getötet.

  • 11. Mai 1972 Paul A. Bloomquist (39) Der US-Soldat wird beim RAF-Bombenanschlag auf das Hauptquartier des V. US-Corps in Frankfurt am Main getötet.
  • 3. März 1972 Hans Eckhardt (50) Bei der Festnahme von Manfred Grashof und Wolfgang Grundmann in Hamburg wird der Leiter der SoKo Baader-Meinhof von Grashof angeschossen und verstirb drei Wochen später an den Folgen.
  • 2. Feb 1972 Erwin Beelitz Der Hausmeister Beelitz stirbt durch einen Sprengsatz der Bewegung 2. Juni, der zuvor für einen Anschlag auf die alliierten Streitkräfte präpariert worden war.
  • 22. Dez. 1971 Herbert Schoner (32) Der Streifenpolizist wird bei einem Banküberfall der RAF erschossen.
  • 22. Okt. 1971 Norbert Schmid (32) Der Polizeibeamte wird beim Versuch der Festnahme eines RAF-Mitglieds erschossen.
  • 1. Apr. 1971 Roberto Quintanilla Pereira Der bolivianische Konsul wird aus Rache für den Tod Ernesto Guevaras in Hamburg erschossen. Als Tatverdächtige gilt Monika Ertl.
  • 13. Feb. 1970

...................... Rivka Regina Becher (59) Meir Max Blum (71) Rosa Drucker (59) Arie Leib Leopold Gimpel (50) David Jakubovicz (60) Siegfried Offenbacher (71) Eliakim Georg Pfau (63)....................................... Beim Brandanschlag auf das Gebäude der Israelitischen Kultusgemeinde in München werden sieben Bewohner getötet. Die Täter konnten nicht ermittelt werden, werden vom Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar jedoch in der radikalen Linken verortet. Die Opferzahl wird in dieser Statistik aufgrund des unklaren Sachverhalts nicht berücksichtigt.

  • 15. April 1968 Klaus Frings war als Pressefotograf unter anderem für Associated Press und für den Axel-Springer-Verlag tätig. Er starb an Verletzungen, die er durch einen Steinwurf bei einer Demonstration nach dem Attentat auf Rudi Dutschke erlitten hatte.
  • 15. April 1968 Rüdiger Schreck Beim den sog. Osterunruhen wird der Student und linksgerichtete Demonstrant Rüdiger Schreck von einem Rundholz getroffen und stirbt kurze Zeit später. Ein Täter kann nicht ermittelt werden.
  • 13. August 1961 Antje Mierendorff (36) Bombenanschlag auf den „DDR“-Fluchthelfer Kay-Uwe Mierendorff. Neben Mierendorff wird auch seine Frau schwer verletzt und stirbt einige Jahre danach an den Spätfolgen.