Glossar

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1312

1312 ist ein Code für ACAB - "All Cops Are Bastards" - eine Parole, die sowohl im rechten als auch im linken militanten Spektrum verwendet wird.

A im Kreis

Das "A im Kreis" geht auf den ersten Buchstaben des Wortes Anarchie zurück. Es wird hauptsächlich von Autonomen und Punks verwendet. Eine verbreitete Interpretation deutet den Kreis als den Buchstaben "O" und das Symbol als Kürzel des Satzes "Anarchie ist Ordnung".

Anarchist Black Cross

Die Organisation Anarchist Black Cross konstituierte sich, um Demonstrationsteilnehmern zu helfen, die bei militanten Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern verletzt werden. Die erhobene Faust deutet an, dass es sich beim ABC um eine Organisation handelt, die Gewalt als legitimes Mittel der Politik betrachtet.

Anarchosyndikalismus

Der Anarchosyndikalismus ist eine Mischform aus anarchistischen und gewerkschaftlich organisierten – teilweise kommunistischen – Ansätzen. Er entstand bereits Ende des 19. Jahrhunderts und nahm kurzzeitig eine dominante Stellung unter den sozialrevolutionären Gruppen ein. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts existierten starke anarchosyndikalistische Bewegungen in Europa. Anarchosyndikalisten stehen Parteien skeptisch gegenüber. Sie streben nach einer herrschaftsfreien Gesellschaft, in der die Organisation des menschlichen Miteinanders über freiwillige Zusammenschlüsse von Arbeitern (Gewerkschaften) erfolgt. Dabei setzen Anarchosyndikalisten auf Mittel des Arbeitskampfes wie (wilde) Streiks, Besetzungen, Boykotts, Massendemonstrationen und Sabotage. Sie unterscheiden sich von anderen Anarchisten aber vor allem dadurch, dass sie sich in ihrer Agitation einer festen Organisationsform bedienen, die international aufgestellt ist und deren Untergliederungen sich „Syndikate“ nennen.

Anschlag

Ein Anschlag ist eine geplante, in kurzer zeitlicher Abfolge durchgeführte und illegale Gewalttat, deren beabsichtigte Effekte ein erheblicher Schaden bei einem anderen Akteur und daraus resutlierend eine bestimmte Wirkung auf diesen sind.

Das Ziel eines Anschlages ist nicht willkürlich gewählt, er kann sich jedoch gegen eine unbestimmte Zahl von Personen richten (bspw. alle Menschen, die sich im World Trade Center Center aufgehalten haben). Das Sprühen von politischen Parolen aus Hauswände öffentlicher oder privater Träger ist somit zwar als Sachbeschädigung und militantes Handeln, nicht jedoch als Anschlag zu bewerten.

Anschläge erfolgen oft aus einer politischen Motiviation heraus. Diese ist jedoch nicht Voraussetzung für die Charakterisierung der Tat als Anschlag.


Antideutsche

Die Antideutsche Bewegung entstand während des zweiten Golfkrieges anlässlich der Frage, ob ein militärisches Eingreifen der Alliierten zu Gunsten Israels legitim sei. Antideutsche gehen davon aus, dass als Konsequenz aus dem Nationalsozialismus der Schutz des Staates Israel und der Juden oberste Priorität für die gesamte linke Bewegung haben müsse.Antikapitalistische und anarchistische Ansätze sind hier häufig vertreten, jedoch nicht zwingend Bestandteil ihres Weltbildes. Es gibt militante antideutsche Gruppen. Militanz gehört jedoch ebenfalls nicht zwingend zum Weltbild der Antideutschen.


Antifa

"Die Antifa" ist ein Aktionsfeld der militanten Linken, aber auch nicht militanter Gruppen. Die Wurzeln der deutschen Antifa-Gruppierungen liegen in der „Antifaschistischen Aktion“. Diese gründete sich in der Weimarer Republik im Umfeld der KPD, um Angriffen von Nationalsozialisten wehrhaft begegnen zu können. Mit der Entstehung der Autonomen in den 1980er Jahren bildeten sich die ersten modernen Antifa-Gruppen. Der Faschismusbegriff erfuhr dabei eine sehr weite Auslegung, sodass sich Aktionen der Antifa oftmals auch gegen Behördenvertreter und rechtskonservative Gruppierungen richteten, teilweise auch gegen CDU- und SPD-Politiker. Ein erheblicher Teil der Antifa-Gruppen betrachtet die gesamte Bundesrepublik als „faschistisches System“. Eigene ideologische Zielvorstellungen spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Kommunistische und anarchistische Ansätze stoßen auf Sympathie, sind jedoch nicht das primäre Ziel.

Antiimperialismus

Antiimperialismus ist eine Strömung innerhalb der militanten Linken. Er geht zurück auf die Lehren Marx' und Lenins. Beide meinten, kapitalistische Staaten entwickelten zwangsläufig einen Expansionsdrang. In Deutschland vertraten vor Beginn und während des Ersten Weltkrieges vor allem Teile der SPD antiimperialistische Positionen, später insbesondere die KPD. Nach dem Zweiten Weltkrieg verstanden sich die kommunistischen Bewegungen in weniger entwickelten Staaten wie China oder Vietnam ebenfalls als antiimperialistisch. Nach dem Bruch zwischen China und der Sowjetunion beschuldigten Maoisten die UdSSR des (Sozial-)Imperialismus. Heutige Antiimperialisten führen den Reichtum der Industrienationen (Zentrum) auf die Ausbeutung der armen Länder (Peripherie) zurück und interpretieren die Ungleichheit als moderne Form des Imperialismus. Sie hoffen auf revolutionäre Umstürze in den weniger entwickelten Ländern. Dadurch soll eine Kettenreaktion ausgelöst werden, die auch die Industriestaaten erfasst und zur Weltrevolution führt. Daher unterstützen sie linke revolutionäre Bewegungen in der ganzen Welt wie die der Indios in Chiapas oder die der Kurden in der Türkei. Besondere Sympathien hegen sie für die palästinensische Widerstandsbewegung. Antiimperialisten geben sich besonders gewaltbereit.

Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)

Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB) exisitierte von 2007 bis 2014 und war eine der aktivsten Gruppen im gewaltorientierten linksextremistischen Spektrum in Berlin. Sie schloss sich im Oktober 2014 dem bundesweiten, trotzkistisch geprägten Netzwerk „Neue antikapitalistische Organisation“ (NaO) an.

Aufmarsch

Der Begriff Aufmarsch bezeichnet eine Zusammenkunft einer Personenmehrheit mit militärischen Zügen. Um einen Aufmarsch handelt sich dann, wenn die Teilnehmer in strukturierter Formation auftreten, etwa in Zug- oder Gruppenverbänden oder in Reihen. Weitere Charakterzüge eines Aufmarsches sind einheitliche Kleidung und das gehen im Gleichschritt. Nicht maßgeblich ist dagegen der politische Hintergrund. So lässt sich eine Demonstration nicht allein deswegen als Aufmarsch bezeichnen, weil sie aus dem rechten oder rechtsextremen Spektrum angemeldet wurde. Vielmehr handelt es sich bei dieser Vorgehensweise um eine Taktik zur Herabsetzung des politischen Gegners.

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Entrismus

Mangels schlagkräftiger Organisationen setzen vor allem Trotzkisten auf die Strategie des „Entrismus“: Sie versuchen nicht nur, eigene Organisationen zu gründen und mit diesen die Weltrevolution zu erreichen, sondern nutzen vor allem bestehende Strukturen aus. Sie treten in Parteien und Organisationen in der Absicht ein, dort Mehrheiten zu erlangen. Auch aus diesem Grund ist der Großteil der deutschen Trotzkisten heute Mitglied der Partei DIE LINKE.

Extreme Rechte

Der Begriff „Extreme Rechte“ wird vornehmlich von linksgerichteten Autoren verwandt, um die Verwendung des Begriffes „rechtsextremistisch“ zu umgehen. Mit dem Begriff werden sowohl rechtsextreme Akteure (wie die NPD oder die Partei DIE RECHTE) erfasst, aber gleichermaßen auch Akteure aus dem demokratischen Spektrum, die als rechts angesehen werden, denen jedoch keine extremistische Ausrichtung nachgewiesen werden kann. Eine entsprechende Verwendung eines Begriffes "Extreme Linke" findet nicht statt.

Extremismus ist eine negative konnotierte Bezeichnung für politische Bestrebungen, die darauf zielen, eine bestehende politische Ordnung grundlegend zu verändern oder abzuschaffen. Aus Sicht der Bundesrepublik Deutschland ist eine politische Strömung extremistisch, sofern sie darauf zielt, die Bundesrepublik Deutschland durch eine Staatsform oder ein politisches System zu ersetzen, die/das mit der Freiheitlich-demokratischen Grundordnung unvereinbar ist.

Fourteen Words

Als "Fourteen Words" (engl., "vierzehn Wörter") gilt die in rechtsextremistischen Kreisen verbreitete Parole "We must secure the existence of our people and a future for White children" ("Wir müssen die Existenz unseres Volkes und eine Zukunft für weiße Kinder sichern"). Als Erfinder gilt der US-amerikanische Nationalsozialist David Eden Lane. Der Slogan geht von der rechtsextremistischen Prämisse eines immerwährenden "Rassenkampfes" aus in dem sich Weiße gegen vermeintlich minderwertige "Rassen" wie Schwarze und Juden durchsetzen müssten. Er wird inzwischen nicht nur in den USA, sondern auch in Europa verwendet.

Gutmensch

Gutmensch ist ein Begriff, der im rechten politischen Spektrum verwendet wird, um Forderungen und Aktionen aus dem linken Spektrum zu delegitimieren. Als Gutmensch wird dabei eine Person verstanden, die sich moralisch Überlegenheit fühlt, sich der langfristigen negativen Folgen ihrer nur scheinbar guten Handlungen aber nicht bewusst ist oder sie bewusst inkauf nimmt.

Herrschaftsfreie Gesellschaft

Die „Herrschaftsfreie Gesellschaft“ ist der angestrebte gesellschaftliche Endzustand der radikalen Linken. In der Herrschaftsfreien Gesellschaft soll kein Mensch mehr Macht haben als andere. Die Gesellschaft entbehrt jeglicher Hierarchie. Alle Menschen sind gleich an Rechten und Wohlstand. Es gibt keine Polizei, die Gesetze durchsetzen könnte. Es gibt keine Abgeordneten, die Gesetze erlassen. Es gibt keine Gerichte, die anhand von Gesetzen Recht sprechen, und es gibt keine Gesetze, die von Menschen gemacht sind. Autoritäre oder diktatorische Regime sind nicht mit dem Gedanken der Herrschaftsfreiheit zu vereinbaren.

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Kaltland

Der Begriff Kaltland wird von linksgerichteten Akteuren verwendet, um eine angeblich latente Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zum Ausdruck zu bringen. Er geht zurück auf einen Songtext der Punkband Toxoplasma. Darin heißt es: 'Es ist deutsch in Kaltland'.

klandestin

Klandestin ist ein Begriff der in der linken militanten Szene für Aktionen verwendet wird, die nicht offen praktiziert werden. Klandestine Aktionen sind etwa politisch motivierte Brandstiftungen, Farbangriffe oder sonstige Sachbeschädigungen. Sie werden vor allem nachts, im Schutze der Dunkelheit verübt.


krude

Der Begriff krude (v. lat. crudus = roh, grausam) wird in der politischen Praxis zur Kennzeichnung politischer Strömungen verwendet, die im rechtsextremen, aber auch im rechtsdemokratischen Spektrum verortet werden. Mit der Verwendung des Begriffes soll eine besondere Bösartigkeit der betreffenden politischen Strömung zum Ausdruck gebracht werden. Da der Begriff eine subjektive Stimmung des Benutzers ausdrückt, eignet er sich nicht im wissenschaftlichen Diskurs.

Populismus

Populismus ist eine politische Praxis zur Wählerstimmenmaximierung, bei der die Akteure Forderungen aus der Bevölkerung aufgreifen, die nicht Teil ihrer eigentlichen Agenda sind oder von denen sie wissen, dass sie ihre Verwirklichung unrealistisch ist. Der Begriff wird in der politischen und sozialwissenschaftlichen Praxis fast ausschließlich in der Konstellation „Rechtspopulismus“ verwendet. Populistische Politikformen finden sich im demokratischen wie auch im extremistischen Spektrum.

Verletzung

Als Verletzung gilt jede herbeigeführte körperliche Schädigung an Menschen. Auch durch Reizsubstanzen hervorgerufene Beeinträchtigungen (Übelkeit durch Butansäure, Augenreizung durch Pfefferspray) sind als Verletzungen einzustufen. Als schwerverletzt gilt eine Mensch, der infolge einer Verletzung stationär ärztlich versorgt werden muss. Als schwerstverletzt gilt eine Mensch, bei dem eine lebensbedrohliche Situation anzunehmen ist.