Antisemitismus

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Unter Antisemitismus wird mehrheitlich eine diskriminierende Haltung gegenüber Juden und Menschen jüdischer Abstammung verstanden.

Wortherkunft

Wörtlich stellt Antisemitismus eine Feinschaft gegenüber Bevölkerungsgruppen dar, die eine semitische Sprache sprechen.


Heute wird der Begriff in der Öffentlichkeit fast ausschließlich als Synonym für Judenfeindlichkeit und Israelfeindlichkeit verwendet. Dies ist von einer sachlichen Kritik an Glaubensinhalten wie der Beschneidung oder dem Schächten zu unterscheiden und äußert sich insbesondere durch Verschwörungstheorien über eine vermeintlich jüdische Weltherrschaft. Juden werden insbesondere für Kriege, wirtschaftliche Verwerfungen oder gesellschaftlichen Verfall verantwortlich gemacht. Häufig bilden religiöse Inhalte wie die den Juden zugeschriebene Kreuzigung Jesu oder mittelalterliche Legenden wie die angebliche Vergiftung von Brunnen oder Ritualmorde inhaltliche Vorlagen. Breiten Raum nimmt zudem die Skandalisierung von vermeintlichem oder tatsächlichem jüdischem Einfluss im Finanzwesen ein, der oftmals historisch bedingt ist (Ausschluss von Juden aus Gilden) und eine Projektionsfläche von Neid darstellt. In diesem Zusammenhang werden bekannte jüdische Bankiersfamilien wie die Rothschilds als Beispiele jüdischer Finanz- und Machtakkumulation genannt.

Nicht vom Begriff des Antisemitismus trennen lassens sich die Begriffe Antizionismus, Antiisraelismus und Israelfeindlichkeit, da sich die Anwender der Begriffe zumeist auf das Judentum in Israel beziehen und nicht auf das Staatswesen.