Todesopfer linksmotivierter Gewalt seit 1968

(insgesamt 53 belegte Tötungen + 9 weitere Verdachtsfälle)

12. Juli 2014

N. N. (41)

Nachdem ein türkischstämmiger Mann mit einer Reichskriegsflagge den Hauptbahnhof durchquert und rechtsradikale Parolen skandiert hatte, versuchen ein 20-Jähriger und ein 33-Jähriger ihm die Fahne zu entreißen. Als der Mann sich wehrt, versetzt der 33-Jährige ihm einen Faustschlag ins Gesicht, woraufhin das Opfer auf den Boden fällt, ein Schädel-Hirn-Trauma erleidet und später an den Folgen verstirbt. Die Täter werden nach kurzer Flucht festgenommen. Der Haupttäter wird zu sieben Jahren Haft verurteilt.

6. Feb. 2001

Klaus Herzberg (63)

Der Direktor des Arbeitsamtes wird auf offener Straße von dem "undogmatischen Anarchisten" Werner B. mit einem spitzen Werkzeug getötet, nachdem das Amt die Arbeitslosenhilfe des 46jährigen gestrichen hatte. B. wird wegen Totschlags verurteilt. Während und nach der Tat äußern sich linke Gruppen solidarisch mit ihm. Während die Strafverfolgungsbehörden dem Täter eine psychische Erkrankung unterstellten, verstand dieser seine Tat als politisch motiviert. s.a. http://www.trend.infopartisan.net/trd0311/t510311.html

27. Jun. 1993

Michael Newrzella (25)

Der GSG-9-Beamte wird beim Versuch der Festnahme des RAF-Terroristen Wolfgangs Grams in Bad Kleinen von diesem erschossen.

4. Apr. 1992

Gerhard Kaindl (47)

Der Politiker der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ wird in einem Restaurant in Berlin-Neukölln bei einem Überfall von türkischstämmigen Antifa-Aktivisten erstochen. Ein weiterer Gast wird schwer verletzt.

1. Apr. 1991

Detlev Rohwedder (58)

Der SPD-Politiker wird in seinem Privathaus Düsseldorf von einem Scharfschützen erschossen. Seine ebenfalls getroffene Ehefrau überlebt schwerverletzt. Die RAF bekennt sich zu dem Anschlag. Der Täter wurde nie ermittelt.

Nov. 1990

Jens Zimmermann (18)

Der Jugendliche Skinhead wird am Ost-Berliner Alexanderplatz aufgrund seiner offensichtlichen politischen Orientierung von einer Migrantengruppierung angegriffen und durch einen Schlag mit einem Baseballschläger auf den Kopf getötet (Spiegel 46/1990, Schroeder 2015, S. 393).

30. Nov. 1989

Alfred Herrhausen (59)

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank wird bei einem Sprengstoffanschlag der RAF in Bad Homburg getötet. Sein Fahrer wird verletzt.

Dez. 1987

Gerd Albartus (37)

Der Ex-RZ-Terrorist wird in Damaskus von ehemaligen Weggefährten (verm. Weinrich und Carlos) vor ein Tribunal gestellt und erschossen.

2. Nov. 1987

Klaus Eichhöfer (43)
Torsten Schwalm (23)

Während einer gewalttätigen Demonstration an der Startbahn West schhießt ein Täter aus mehreren Hundert Metern Entfernung auf die weißen Helme der eingesetzten Polizeibeamten. Neun von ihnen werden getroffen. Eichhöfer stirbt am noch am Tatort, Schwalm auf dem Weg ins Krankenhaus.

10. Okt. 1986

Gerold von Braunmühl (51)

Der Ministerialdirektor wird in Bonn vom RAF-Kommando Ingrid Schubert erschossen.

9. Juli 1986

Karl Heinz Beckurts (56)
Eckard Groppler (42)

Der Physiker Beckurts und sein Fahrer Groppler werden vom RAF-Kommando Mara Cagol in Straßlach mit einem Sprengsatz getötet.

8. Aug. 1985

Edward Pimental (20)
Frank Scarton (20)
Becky Jo Bristol (25)

Der US-Soldat Pimental wird von RAF-Mitgliedern durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet. Mit seinem Dienstausweis gelingt es der Terrorgruppe einen mit Sprengstoff präparierten Pkw auf das Gelände der Rhein-Main-Air-Base zu fahren und dort zur Explosion zu bringen. Der US-Soldat Scarton und die Zivilangestellte Bristol sterben. Elf weitere Menschen werden schwer verletzt.

1. Feb. 1985

Ernst Zimmermann (55)

Der Industrielle wird in seinem Haus vom RAF-Kommando Patsy O'Hara überrascht, gefesselt und vor den Augen seiner Frau hingerichtet.

25. Aug. 1983

N. N. (25)

Bei einem Sprengstoffanschlag der "Revolutionären Zellen" im Maison de France in Berlin wird versehentlich ein linker Aktivist getötet, der im Begriff war, eine Petition abzugeben.

11. Mai 1981

Heinz-Herbert Karry (61)

FDP-Politiker Karry wird in seinem Bungalow in Frankfurt a. M. im Schlaf angeschossen und stirbt. In einem Bekennerschreiben erklären die Revolutionären Zellen, es seien lediglich „mehrere Schüsse in seine Beine“ beabsichtigt gewesen, sein Tod sei jedoch bewusst in Kauf genommen worden.

19. Nov 1979

Edith Kletzhändler (56)

Die Hausfrau wird in einer Züricher Einkaufspassage bei einem Schusswechsel zwischen der Polizei und der RAF durch einen Querschläger getötet.

1. Nov 1978

Dionysius de Jong (19)
Johannes Petrus Goemans (24)

Bei einem illegalen Grenzübertritt von RAF-Angehörigen bei Kerkrade werden die niederländischen Zollbeamten erschossen.

24. Sep 1978

Hans-Wilhelm Hansen (26)

Der Polizeibeamte entdeckt zufällig RAF-Mitglieder bei Schießübungen in einem Wald bei Dortmund. Er wird erschossen.

18. Okt 1977

Hanns Martin Schleyer (62)

Der Arbeitgeberpräsident wird von der RAF als Geisel genommen und anschließend erschossen.

16. Okt 1977

Jürgen Schumann (37)

Palästinensische Terroristen entführen die Lufthansa-Maschine "Landshut", um die inhaftierten RAF-Terroristen freizupressen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, erschießen sie den Kapitän der Maschine.

22. Sep 1977

Arie Kranenburg (46)

Der niederländische Polizeibeamte wird beim Versuch der Festnahme Knut Folkerts in Utrecht erschossen.

5. Sep 1977

Heinz Marcisz (41)
Reinhold Brändle (41)
Helmut Ulmer (24)
Roland Pieler (20)

Bei der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyers in Köln werden sein Fahrer Heinz Marcisz und drei Polizeibeamte erschossen.

30. Jul. 1977

Jürgen Ponto (53)

Der Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank AG wird von den RAF-Aktivisten Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt in Oberursel erschossen.

7. Apr. 1977

Siegfried Buback (57)
Wolfgang Göbel (30)
Georg Wurster (33)

Generalbundesanwalt Buback und seine Begleiter werden in Karlsruhe auf offener Straße vom Kommando Ulrike Meinhof erschossen.

3. Jul. 1976

Jean-Jacques Mimoun
Pasco Cohen
Ida Borochovitch
Yonatan (Yoni) Netanyahu

Beim Versuch der Befreiung eines entführten Passagierflugzeugs in Entebbe (Uganda) sterben drei Geiseln und ein israelischer Soldat. Die RZ-Terroristen Winfried Böse und Brigitte Kuhlmann hatten zuvor die jüdischen Geiseln von den übrigen selektiert. Während sie die nicht-jüdischen freigelassen hatten, hielten sie die jüdischen weiter als Geiseln. Nach der Befreiung wird eine vierte Geisel von ugandischen Offiziellen ermordet.

7. Mai 1976

Fritz Sippel (22)

Der Polizeibeamte wird bei einem Routineeinsatz erschossen. Als tatverdächtig gelten Personen aus der linken Szene. Die Tat kann ihnen jedoch nicht nachgewiesen werden.

21. Dez. 1975

Anton Tichler
Alaa Hassan Khafali

Bei der OPEC-Geiselnahme in Wien werden die zwei Sicherheitsleute von bundesdeutschen Terroristen der "Bewegung 2. Juni" getötet.

9. Mai 1975

Walter Pauli (22)

Der Polizeihauptwachtmeister kommt bei einem Feuergefecht mit drei mutmaßlichen Terroristen der Bewegung 2. Juni ums Leben.

24. Apr. 1975

Andreas von Mirbach (44)
Heinz Hillegaart (64)

Während einer RAF-Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm werden die Attachés von Mirbach und Hillgaart hingerichtet.

10. Nov. 1974

Günter von Drenkmann (64)

Der Präsident des Kammergerichts Berlin wird bei einem Entführungsversuch von der terroristischen Gruppierung "Bewegung 2. Juni" angeschossen und tödlich verletzt.

5. Juni 1974

Ulrich Schmücker (22)

Das Mitglied der Bewegung 2. Juni wird vermutlich aufgrund seiner Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz von anderen Gruppenmitgliedern ermordet.

5. Sept. 1972

David Mark Berger (28)
Zeev Friedman (28)
Yossef Gutfreund (41)
Eliezer Halfin (24)
Josef Romano (32)
André Spitzer (27)
Amitzur Schapira (40)
Kehat Shorr (53)
Mark Slavin (18)
Yakov Springer (51)
Mosche Weinberg (32)
Anton Fliegerbauer (32)

Während der Olympischen Spiele in München nehmen palästinensische Terroristen neun israelische Athleten als Geiseln und verlangen u.a. die Freilassung der RAF-Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Zwei Athleten werden verwundet und sterben. Bei einem Befreiungsversucht durch die Polizei töten die Terroristen alle verbleibenden neun Geiseln, ein Polizeibeamter sowie fünf der Terroristen kommen ebenfalls ums Leben.

Die Opferzahl wird in dieser Statistik nicht berücksichtigt, da das primäre Motiv der Terroristen der Kampf gegen Israel war und die Solirarität mit der RAF als sekundär zu bewerten ist.

24. Mai 1972

Clyde R. Bonner (29)
Ronald A. Woodward (26)
Charles L. Peck (23)

Beim Bombenanschlag des RAF-Kommandos 15. Juli auf das Hauptquartier der US-Streitkräfte Europa in Heidelberg werden die drei US-Soldaten Bonner, Peck und Woodward getötet.

11. Mai 1972

Paul A. Bloomquist (39)

Der US-Soldat wird beim RAF-Bombenanschlag auf das Hauptquartier des V. US-Corps in Frankfurt am Main getötet.

3. März 1972

Hans Eckhardt (50)

Bei der Festnahme von Manfred Grashof und Wolfgang Grundmann in Hamburg wird der Leiter der SoKo Baader-Meinhof von Grashof angeschossen und verstirb drei Wochen später an den Folgen.

2. Feb 1972

Erwin Beelitz

Der Hausmeister Beelitz stirbt durch einen Sprengsatz der Bewegung 2. Juni, der zuvor für einen Anschlag auf die alliierten Streitkräfte präpariert worden war.

22. Dez. 1971

Herbert Schoner (32)

Der Streifenpolizist wird bei einem Banküberfall der RAF erschossen.

22. Okt. 1971

Norbert Schmid (32)

Der Polizeibeamte wird beim Versuch der Festnahme eines RAF-Mitglieds erschossen.

1. Apr. 1971

Roberto Quintanilla Pereira

Der bolivianische Konsul wird aus Rache für den Tod Ernesto Guevaras in Hamburg erschossen. Als Tatverdächtige gilt Monika Ertl.

13. Feb. 1970
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Rivka Regina Becher (59)
Meir Max Blum (71)
Rosa Drucker (59)
Arie Leib Leopold Gimpel (50)
David Jakubovicz (60)
Siegfried Offenbacher (71)
Eliakim Georg Pfau (63)

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Beim Brandanschlag auf das Gebäude der Israelitischen Kultusgemeinde in München werden sieben Bewohner getötet. Die Täter konnten nicht ermittelt werden, werden vom Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar jedoch in der radikalen Linken verortet.


Die Opferzahl wird in dieser Statistik aufgrund des unklaren Sachverhalts nicht berücksichtigt.


*Die Auflistung versteht sich als Diskussionsgrundlage und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aufgelistet sind nur die Fälle, die den FGEM-Relevanzkriterien für Militanzdelikte entsprechen; d. h. nicht nur die Taten, die sich auf deutschem Staatsgebiet ereignet haben, sondern auch diejenigen, die von deutschen Terrorgruppen oder ihren Unterstützern im Ausland begangen wurden. Nicht aufgelistet sind ferner die Opfer, deren Tod auf das DDR-Regime zurückzuführen ist. Seriöse Quellen gehen hier von der Gründung der DDR bis zur Wiedervereinigung von etwa 1.000 Todesopfern aus.